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05. März 2010

FDP geschlossen für zweites Gymnasium im westlichen Landkreis Starnberg



Auf einer Veranstaltung der FDP-Ortsverbände im westlichen Landkreis haben Vertreter aus den kommunalen Parlamenten die Notwendigkeit eines zweiten Gymnasiums herausgestellt.

Dr. Oswald Gasser, Kreisrat und Gemeinderat aus Seefeld, hob hervor, dass Schüler im westlichen Landkreis benachteiligt wären: "Das Gilchinger Gymnasium ist ein Moloch. Mit 1700 Schülern ist es doppelt so groß wie ein ideales Gymnasium. Die Folge ist, dass Lehrer nicht mehr sinnvoll zusammenarbeiten und auf die Schwächen und Stärken der einzelnen Schüler eingehen können". Gasser stellte auch dar, dass der Bedarf für ein weiteres Gymnasium gegeben sei. Eine aktuelle Studie zeige, dass sich die Zahl der 10-19-Jährigen, anders als in früheren Prognosen, in den nächsten Jahrzehnten nicht signifikant zurückgehen werde. "Die niedrige Geburtenrate wird durch den Zuzug dominiert", so Gasser.

Dr. Stefan Hartmann, Gemeinderat in Gilching und Rat im Zweckverband für die weiterführenden Schulen im westlichen Landkreis prognostizierte finanzielle Schwierigkeiten für das neue Gymnasium. "Der Zweckverband kann das neue Gymnasium nicht stemmen, genausowenig die Mitgliedsgemeinden. Wir brauchen ein landkreisweites Schulkonzept  und einen alternativen Weg, die Finanzierung auf die Beine zu stellen", so Hartmann. Er regte dazu eine interfraktionelle Initiative im Kreistag an.

Die Bildungspolitische Sprecherin der FDP im Bayerischen Landtag, Renate Will, sprach sich sehr klar für ein zweites Gymnasium aus: "Wir brauchen wohnortnahe Versorgung auch bei den weiterführenden Schulen. Unter der derzeitigen Situation leidet das Vereinsleben und die kulturellen Aktivitäten der Schüler, weil sie extrem lange Fahrtwege haben". Für die Finanzierung des neuen Gymnasiums regte sie an, sich über eine Public Private Partnership (kurz: PPP) Gedanken zu machen. "In Kirchseeon wurde dieses Modell mit großem Erfolg durchgesetzt. Auch dort hatten die Kommunen kein Geld, und es ist überraschend, wie schnell und kostengünstig das neue Gymnasium umgesetzt wurde."

Jens Waltermann vom Förderverein für ein weiteres Gymnasium im westlichen Landkreis war von dem Vorschlag eines PPP sichtlich angetan: "Das müssen wir auf jeden Fall in Betracht ziehen. Wir wollen ein öffentliches Gymnasium, und es ist klar, dass dies auf konventionelle Weise sehr schwierig zu finanzieren wäre. Uns als Förderverein ist wichtig, alle politischen Parteien zu erreichen und zu überzeugen, dass wir ein zweites Gymnasium brauchen. Wenn die Bedarfsanalyse des Kultusministeriums endlich da ist und positiv ausfällt, dann muss der Kreistag und der Landrat politischen Willen zeigen und die Initiative ergreifen, sonst haben wir keine Chance."
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