10. März 2010
Notebook-Klasse in neuer Realschule?

Bildung ist für unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft die Herausforderung. Deshalb wollen die Liberalen im Würmtal mehr Qualität in die schulische Ausbildung bringen. Eine Möglichkeit ist das Lernen mit dem Notebook. „Länder wie Österreich sind uns hier um 10 Jahre voraus.“, sagt die Medienpädagogin Sandra Hofhues von der Uni Augsburg, die den Unterricht mit Notebooks wissenschaftlich begleitet hat und ihre Erfahrungen den Besuchern schilderte.
Um zu zeigen, dass Unterricht mit dem Notebook eine sinnvolle Ergänzung zum „normalen“ Unterricht ist, hat das Gesellschaftspolitische Forum der Liberalen im Würmtal zu einer Demo-Stunde mit dem Notebook eingeladen. Vom Gymnsasium Ottobrunn, an dem schon seit 6 Jahren erfolgreich mit Notebooks unterrichtet wird, präsentierte ein Deutschlehrer mit 4 Schülern eine Unterrichtsstunde, die ohne den Einsatz eines Notebooks nicht möglich wäre. Schüler wie Lehrer sind sich darin einig, dass mit dem Notebook die Stofffülle des G8 besser organisiert werden kann und auch mit mehr Nachhaltigkeit gelernt wird.
Auch Hauptschüler aus Geretsried kamen zu der Veranstaltung nach Gauting und meinten „mit dem Notebook macht das Lernen viel mehr Spaß!“. Seit an der Hauptschule in Geretsried die Laptop-Klasse im M-Zweig eingeführt wurde, bekommen über 90% der Schulabgänger einen Ausbildungsplatz. „Sie können sich selbst darstellen und wissen sich zu organisieren,“ sagt der Schulleiter Rolf Lissel, „das beeindruckt künftige Arbeitgeber.“
Voraussetzungen, um Notebook-Klassen einzuführen braucht es wenige: motivierte Lehrer und die nötige technische Ausstattung der Klassenzimmer. Die wird sogar von der EU gefördert. Hier wurde Gemeinerätin Christa von Einem (FDP) hellhörig. „Daran sollten wir beim Bau der Realschule in jedem Fall denken.“, sagte die Gemeinderätin. Und auch ihre Kollegen aus dem Würmtal stimmten zu. Jetzt soll das Modell Notebook-Klasse in den Gemeinderat eingebracht werden. Das Modell Unterricht mit dem Notebook in immer mehr Schulen zu verbreiten, ist im Landesfachausschuss Bildung der FDP entstanden. Den zuständigen Arbeitskreis leitet die Gautingerin Britta Hundesrügge.
Unterrichtsmodell Notebook-Klasse
Wir befinden uns im Übergang von der Industrie- zur globalisierten Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. Bildung ist für unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft die Herausforderung.
Neben der Frühförderung und einer Schulstruktur, die Chancengerechtigkeit am Start ermöglichen, ist insbesondere eine effektive, persönlichkeitsfördernde und innovative Unterrichtsgestaltung für einen höheren und konkurrenzfähigen Bildungsstatus ausschlaggebend.
Das Unterrichtsmodell NOTEBOOK-KLASSE kann zu einer Erhöhung der Motivation von Schülern (und Lehrern), der Persönlichkeitsentwicklung von Schülern im Hinblick auf soziale Kompetenz und Teamfähigkeit sowie zur Verbesserung von Fertigkeiten wie Vortragstechnik und Umgang mit elektronischen Medien und zu einer qualitativen Verbesserung der Lernerfolge führen.
Erfahrungen in gut umgesetzten Notebook-Klassen zeigen, dass ein entspanntes Lernen möglich ist, die Stofffülle besser organisiert und der Lehrer den Lernprozess individuell begleiten kann. Der Stellenwert des Lehrerberufs wird angehoben.
Die Schüler erarbeiten sich den Lerninhalt eigenständig, dadurch bekommen sie einen umfassenden Überblick und das Gelernte wird nachhaltig verinnerlicht. Sie lernen sich selbst zu organisieren sowie Quellen und Informationen kompetent zu verarbeiten. Durch das tägliche Arbeiten mit dem Notebook ändert sich die Nutzung: das Notebook wird zum Arbeitsgerät. Der von den Schülern meist genannte Vorteil ist, dass sie in die Lage versetzt werden, Ergebnisse kreativ aufzubereiten und zu präsentieren. Diese Fertigkeiten stärken die Persönlichkeit der Schüler und sind eine sehr gute Vorbereitung auf das Berufsleben.
Durch Lern- und Rechtschreibprogramme ist es möglich zielgerichtet und zeitnah auf Fehlerquellen einzugehen. Der Einsatz von Notebooks animiert die Schüler sich über das aktuelle Geschehen zu informieren.
Lehrer nannten als wesentlichen Vorteile, die schulübergreifende Vernetzung und das bessere Lernverhalten der Schüler. So werden zum Beispiel Hausaufgaben regelmäßig gemacht.
Vor diesem Hintergrund kann das Unterrichtsmodell NOTEBOOK-KLASSE eine interessante und effektive Ergänzung und Alternative zur herkömmlichen Unterrichtsgestaltung darstellen.
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